„Konfetti im Kopf“ – eine außergewöhnliche Kampagne zum Thema Demenz

Vom 23.10. bis 2.11.09  sorgt die bunte Kampagne „Konfetti im Kopf - Demenz berührt mit vielen Gesichtern“ dafür, dass eine breite Öffentlichkeit neue Sichtweisen auf das Thema Demenz gewinnt. Der Startschuss fällt in der Pilotstadt Berlin, weitere Städte sollen folgen.

Demenz. Die meisten assoziieren damit trostlose Bilder verwirrter Menschen, deren Persönlichkeit mit ihrem Gedächtnis nach und nach erlischt. Eine deprimierende Vorstellung, die viele am liebsten verdrängen. Ab Oktober 2009 ist die Kampagne „Konfetti im Kopf“ in der Hauptstadt präsent. Im Berliner Stadtbild begegnet man auf über 400 Plakatwänden, Citylights, Großbannern außergewöhnlichen Farbfotoportraits von Menschen mit Demenz, die dieses düstere Klischee sprengen.


„Konfetti im Kopf – Demenz berührt mit vielen Gesichtern“ zeigt Betroffene, die Freude, Staunen, Würde, Individualität ausstrahlen. Jeder Betrachter wird ermutigt, ganz neu hinzuschauen, denn Demenz geht uns alle an.

Vom 23. Oktober bis 2. November ist der Pfefferberg im Berliner Szenestadtteil Prenzlauer Berg Mittelpunkt vieler kreativer und informativer Aktionen rund um Demenz: Das Herzstück bildet eine große Open-Air-Fotoausstellung im Hof 4. Sie zeigt Motive aus der Langzeitdokumentation des Fotografen Michael Hagedorn.

Konfetti-Nachrichten

Samstag, 31. Oktober: Bewegte und bewegende Bilder der Kampagne "Konfetti im Kopf" im Herzen der Stadt - in einer ungewöhnlichen und lustigen Aktion wanderten zwei als Möbelpacker verkleidete Laiendarsteller mit zwei großformatigen Bannermotiven und auf der Suche nach einer fingierten Lieferadresse durch die belebten Straßen zwischen Friedrichstraße und Brandenburger Tor. Wenige Passanten durchschauten die PR-Aktion, andere zückten ihre Stadtpläne und versuchten zu helfen, viele stellten Fragen zu den beiden Plakatmotiven und der Kampagne.

Neben den über 400 Citylight-Plakaten und der massiven Präsenz am Hauptbahnhof wurde "Konfetti im Kopf" auch mit dieser "Wanderausstellung" zu einem viel beachteten Teil des Berliner Stadtbildes.

Samstag, 31. Oktober: Die Theatergruppe Ikarus vom Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.  beteiligte sich mit Improvisationstheater im öffentlichen Raum an unserer bunten Konfetti-Kampagne.

An mehreren belebten Orten wie dem Ku´damm und dem Gendarmenmarkt überraschten und irritierten die Laiendarstseller kaufrauschgesteuerte Passanten und Touristen aus aller Welt mit ihrem provokanten Spiel zum Thema Demenz. Lachen, staunen, peinlich berührt sein - Schauspieler aus drei Generationen engagierten sich für unser wichtiges Anliegen. Im Anschluss an die Auftritte fanden Flyer-Aktionen statt, um die Zuschauer für das Anliegen von "Konfetti im Kopf" zu sensibilisieren.

Freitag, 30. Oktober: Im Komödienhaus der Woesner Brothers auf dem Pfefferberg lasen Schauspielerin und Konfetti-Botschafterin Lisa Martinek und die Autorin und Journalistin Britta Nagel aus deren Buch "Wo bist Du?", das eine Reihe sehr nahe gehender Geschichten vom Alltag pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz beinhaltet.

Donnerstag, 29. Oktober: Der symbolische Kampf gegen die unsichtbaren Gegner Stigma und Ausgrenzung - Mitglieder der Senioren-Karategruppe der Sportschule Nippon in Berlin-Steglitz führten für "Konfetti im Kopf" in großen Berliner Einkaufszentren ihre Kata-Übungen vor, um anschließend genau so still wieder auseinander zu gehen, wie sie erschienen waren. Ein Flyer-Team machte auf die Konfettikampagne aufmerksam und lüftete das Geheimnis um den so ästhetischen wie sportlichen Auftritt. Die älteste Teilnehmerin der Nippon-Karategruppe ist 87 Jahre alt.

Mittwoch, 28. Oktober 2009: Neuer Ort, alte Lieder - das erstmalig organisierte Tanzcafé für Menschen mit Demenz und ihre Begleiter im Medienzentrum ("Haus 13") von "Konfetti im Kopf" auf dem Pfefferberg war ein voller Erfolg. Obwohl für die Mehrzahl der Besucher eine neue, alte Erfahrung, sprang von der ersten Minute an der Funke von den Musikern auf sie über. Höhepunkt der von der Alzheimer Angehörigen-Initiative e.V. und der Alzheimer Gesellschaft Berlin e.V. mitorganisierten Fete war eine lange Polonnaise, die so ziemlich jeden im Saal mit sich zog.

Mittwoch, 28. Oktober: Tränen der Rührung liefen bei Bewohnern und Pflegern der ersten deutschen Pflegeheims für Menschen türkischer Abstammung, das "Türk Bakim Evi" der Marseille-Kliniken AG in Kreuzberg. Umrahmt von traditioneller Musik, zu der die anwesenden Bewohner mit Demenz laut mitsangen, führte Herr Yekta Arman, Theaterpädagoge und Bühnenleiter des Tiyatrom, des Türkischen Theater in Berlin, türkisches Schattenspieltheater (Karagöz -Hacivat) vor, das unmittelbar an Kindheitserinnerungen der anwesenden Senioren anknüpfte und für Gelächter und begeisterte Zwischenrufe sorgte.

Dienstag, 27. Oktober: Der Lichtkünstler Rudi Berr und die Tänzerinnen Rebekka Lemke und Dorothee Altgeld präsentierten am Abend eine Variation ihres international erfolgreichen "Blue light dancer"-Projektes an belebten und beliebten Orten im Zentrum Berlins wie dem Hackeschen Markt und dem Alexanderplatz. Die innovativ und höchst ästhetisch mit Lichtdiodenschnüren verkabelten Tänzerinnen interpretierten dabei eigens für die Konfetti-Kampagne das Thema Demenz mit den Ausdrucksmitteln des Tanzes.

Mittwoch, 28. Oktober: Schauspielerin und Konfetti-Botschafterin Angela Winkler las gemeinsam mit ihrer Tochter Nele für eine Gruppe Kinder einer nahen Kindertagesstätte, bevor gemeinsam gebastelt wurde.

Auch Nele verfügt über reichlich Bühnenerfahrung, tritt sie doch regelmäßig im integrativen Theater RambaZamba auf.

Dienstag, 27. Oktober: Die Bestsellerautorin und Konfetti-Botschafterin

Katharina Hagena las im Komödienhaus auf dem Pfefferberg aus ihrem Roman "Der Geschmack von Apfelkernen".

Montag, 26. Oktober: Das historische Baerwaldbad in Kreuzberg war Ort einer ungewöhnlichen, sinnlichen Veranstaltung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen und Begleiter im Rahmen von "Konfetti im Kopf".

Die wohlige Wärme des Wassers und das Gefühl der Schwerelosigkeit verschwammen bei Kerzenlicht mit ruhigen musikalischen Akzenten der international renommierten Harfinistin Nohra Pabon, die unter anderem am Königlichen Konservatorium in Madrid studierte, sowie einer literarischen Lesung der Schauspielerin Lilian Viegas von Andersens "Kleiner Meerjungfrau" zu einem atmosphärischen Ganzen.

Samstag, 24. Oktober: Schauspieler und Konfetti-Botschafter Otto Sander las im Anschluss an die feierliche Eröffnung der Kampagne aus den Büchern "Ich habe Fulsheimer" und "Wo bist Du?" und fesselte die Zuschauer durch seine Präsenz und Emotionalität.

Samstag, 24. Oktober: Konfetti rockt und jazzt! Das musikalische Programm

am Eröffnungstag der Ausstellung auf dem Pfefferberg hatte es in sich. Neben

Rocksänger und Konfetti-Botschafter Rolf Stahlhofen, Ex-Frontman der "Söhne Mannheims" und inzwischen äußerst erfolgreich auf Solopfaden mit neuer CD, begeisterte das musikalische Multitalent Lukas Fröhlich aus Berlin das Publikum. Mit seinem Echoplex-Gerät, das Soundloops aus Klang- und Stimmfragmenten ermöglicht und Aufnahmen nach wenigen Minuten automatisch löscht, also über ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis verfügt, näherte er sich dem Thema Demenz unterstützt durch sein Trompetenspiel auf virtuos-musikalische Weise.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier gab Rolf Stahlhofen ein gut halbstündiges Konzert und rief für ein Stück seinen Musikerkollegen Dirk Zöllner mit auf die Bühne, bevor die Musiker am Abend als Gesandte von "Konfetti im Kopf" Klärchen´s Ballhaus zum Rocken brachten.

Samstag, 24. Oktober: Die feierliche Eröffnung der Kampagne "Konfetti im Kopf" und der ungewöhnlichen Ausstellung auf dem Pfefferberg zog viele Besucher an.

MDR-Moderatorin und Konfetti-Botschafterin Ines Krüger führte durch einen sehr unterhaltsamen Nachmittag.

Samstag, 24. Oktober: Die beiden Motorboote "Paul" und "Paula" von "M.S. Schiffskontor", zwei nostalgische Sloepen mit je 6,30 Meter Länge, schipperten mit großen Bildaufstellern von "Konfetti im Kopf" von morgens bis zum Einbruch der Dämmerung auf der Spree und den Kanälen im Zentrum Berlins auf und ab.

Samstag, 24. Oktober: Gemeinsam für Menschen mit Demenz in die Pedale traten Jung und Alt in einem rund 2 1/2-stündigen Korso mit rund 15 Tandem-Fahrrädern, darunter einigen Mitgliedern des integrativen Vereins Tandem-Hilfen e.V.. Jeder, der Lust hatte, war eingeladen, sich mit seinem Drahtesel anzuschließen. Start und Ziel der Tour durch das Herz Berlins war der Pfefferberg, wo das Feld um 15.30 Uhr, zum Ende der großen Eröffnungsfeier von "Konfetti im Kopf" eintraf, um vier Blumensträuße mit Vergißmeinnicht aus allen vier Himmelsrichtungen zu überreichen.

Freitag, 23. Oktober: Los geht´s! Mit dem Kick-Off am Hauptbahnhof startete die Kampagne "Konfetti im Kopf" nach gut zweieinhalbjähriger Vorbereitung.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland und Konfetti-Botschafter Kenan Kolat, die Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Katrin Lompscher, der Geschäftsführer der VIA gGmbh

Norbert Lassek und der Fotograf Michael Hagedorn (von links) durchschnitten symbolisch ein rotes Band an einer der Ausstellungsinseln.

Freitag, 23. Oktober: Demenz geht uns alle an. Mit einer unwiderstehlichen Gangsterparodie warben die Schauspieler Irm Schulze, Niyazi Hastan (beide vom "Theater der Erinnerungen"), sowie Laura Parker und Sabine Hartmann als "Konfetti-Bande" bei jungen Berlinern um Aufmerksamkeit für die Kampagne. Stilecht im lässigen Schick der 20-er Jahre und mit (flyer-gefüllten) Geigenkästen unterm Arm fuhren sie in einem legendären Gangster-Citroen 11CV von der Berliner "Classicdepot Oldtimervermietung GmbH" nachts an einigen der beliebtesten und belebtesten Treffpunkten der Clubszene in Kreuzberg und im Prenzlauer Berg vor und stießen auf stellenweise sehr großes Interesse der Jugendlichen.

Die Kampagne "Konfetti im Kopf" hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Teile der Bevölkerung für das Thema Demenz und die Bedürfnisse der dadurch direkt oder indirekt betroffenen Menschen zu sensibilisieren. Dazu haben wir auch auf dem Kampagnengelände am Pfefferberg eine Reihe von Angeboten für Kinder und Jugendliche geschaffen.


Bei der Firma Kleinhempel in Hamburg wurden die Großbanner gedruckt und konfektioniert, die das Pfefferberg-Gelände in eine große Open-Air-Fotoausstellung verwandeln werden. Die Exponate sind bis zu 21,66 Meter lang.


Seit 1. Oktober ist der Berliner Hauptbahnhof Konfetti-Zone. Zwei riesige Banner über den Anzeigetafeln an den beiden großen Ausgängen, sowie über 40 Plakate im Format A0 bilden den Auftakt zu einer bis zum Kampagnenstart immer dichter werdenden, medialen Präsenz von "Konfetti im Kopf" an einem der meistfrequentierten Orte Deutschlands.

Beim traditionellen Hoffest des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, war "Konfetti im Kopf" unübersehbar präsent. Der originalgetreue Nachbau des Brandenburger Tores, den die VIA Werkstätten gGmbH in aufwändiger Kleinarbeit liebevoll fertigten und der mit vielen bunten Konfettipunkten behängt war, diente als Eingangspforte zu dem von mehr als 3.500 geladenen Gästen besuchten Veranstaltung. Für die Konfetti-Kampagne war dies der inoffizielle Startschuss - zum ersten Mal wurde darüber in der Öffentlichkeit lebhaft diskutiert.

Visuelle Eindrücke vom Hoffest des Regierenden Bürgermeisters am 8. September 2009. Große, bunte Punkte künden die Konfetti-im-Kopf-Kampagne gleich im Eingangsbereich an.
Die Miniatur des Brandenburger Tores fertigte die VIA Werkstätten gGmbH, eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderungen.

Telefon-Hotline

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